Fortbildungen und Vorträge

Die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein (RBT) bieten verschiedene Fortbildungen und Vorträge für unterschiedliche Zielgruppen an.Wenn Sie (als Verein, Institution, Kommune oder Gruppe) Interesse an einem oder mehreren der folgenden Themen haben, erarbeiten wir gerne mit Ihnen zusammen eine Veranstaltung, die Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht. Die Fortbildungen können auch im Rahmen eines Beratungsprozesses stattfinden, in dem konkrete Handlungsstrategien gemeinsam entwickelt werden.

Für Demokratie und eine Haltung der Gleichwertigkeit von Menschen Handlungsstrategien mitdenken und entwickeln.


Hier finden Sie eine (unvollständige) Übersicht über die von uns angebotenen Themen:

Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein

Nicht erst die aktuelle Debatte um Flüchtlinge und Zuwanderung hat rechte Akteure auf den Plan gerufen. Seit tlw. Jahrzehnten sind (extreme) Rechte in unterschiedlichsten Bereichen in Schleswig-Holstein aktiv. In diesem Workshop geben wir einen Überblick über rechte Parteien, Organisationen und andere Gruppierungen in Schleswig-Holstein. Schwerpunkt ist dabei auch die Verankerung rechten Gedankengutes in der Gesellschaft und der Region sowie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit rechtsextremer Ideologie.

Rechtspopulismus

Rechtspopulismus ist in Deutschland seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Unter dem Slogan "Wir sind das Volk!" werden dabei diskriminierende Vorurteile u.a. gegen Migrantinnen, Frauen und Homosexuelle in der Mitte der Gesellschaft angesprochen und verbreitet. Gleichheit, Selbstbestimmung und Diversität in der Gesellschaft geraten dabei unter Beschuss. Zugleich zeigen sich immer wieder auch Schnittmengen mit dem Rechtsextremismus.

Im Rahmen einer Fortbildung zeigen wir auf, wie rechtspopulistische Argumentationen funktionieren und assistieren Ihnen bei der Entwicklung von Strategien der aktiven Auseinandersetzung mit diesen. Außerdem beraten wir Sie beim Umgang mit rechtspopulistischen Akteuren in Ihrem Praxisfeld.

Musik und Rechtsextremismus

Dass Musik Gruppenzugehörigkeiten schafft und identitätsstiftend wirkt, ist auch in der rechten Szene keine neue Erkenntnis und ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, rechte Ideologie für Jugendliche attraktiv darzustellen. Über Rechts-Rock hinaus gibt es in allen Genres rechtsextreme Musiker*innen: Von NS-Blackmetall über Hip-Hop, rechtsextreme Liedermacher*innen bis hin zu NS-Reggae.Neben eindeutig rechtsextremen Bands finden Themen und Lebensgefühle des Rechtsextremismus auch im Mainstream Platz. Besonders „Frei.Wild“ zeigt, wie (kommerziell) erfolgreich Musik sein kann, die an nationalistische und völkische Themen anknüpft.

Rechsextremismus im Internet

Die Kommentarspalten in Online-Zeitungen, auf Facebook und in anderen Sozialen Netzwerken sind voll mitrassistischen und rechtsextremen Kommentaren. Neue Entwicklungen sind bspw. das gezielte Streuen von Falschmeldungen und hetzerische Challenges. Wir weisen auf das Vorgehen von Rechtsextremist*innen und –populist*innen im Internet hin und entwickeln mit Ihnen zusammen mögliche Strategien im Umgang mit multimedialer rechter Hetze.

Rechtsextreme Eltern als Herausforderung für die Kinder- und Jugendarbeit

Immer häufiger berichten Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen über Erfahrungen mit rechtsextrem orientierten Eltern. Diese fallen z.B. durch einschlägige Symbolik oder rassistische Äußerungen auf; Kinder und Jugendliche übernehmen die Vorurteile und das menschenabwertende Verhalten. In diesem Kontext beschäftigen wir uns mit folgenden Fragen: Woran lässt sich eine rechtsextreme Einstellung von Eltern erkennen? In welchen Situationen wird dies für die Erziehungs- und Bildungseinrichtungen zum Problem? Und wie verhalten sich die Kinder aus rechtsaffinen Familien und was bedeutet dies für demokratische pädagogische Fachkräfte?

Der familiäre Umgang mit rechtsafinen Kindern und Jugendlichen

Die Annäherung Jugendlicher an die rechtsextreme Szene macht Eltern, Geschwister, Partner*innen und Angehörige oft ratlos. Sie suchen nach Informationen, um das Verhalten des eigenen Kindes oder des/r Jugendlichen besser einschätzen zu können. Unsicherheiten im Umgang sind besonders die Eindeutigkeit von Symbolen, Szenezugehörigkeiten, die Anziehungskraft rechstextremer Szenen und die Frage nach der eigenen Rolle. Wir bieten Unterstützung im sinnvollen Umgang mit rechtsextrem orientierten Kindern und zeigen Präventionsmöglichkeiten auf.

Frauen in der rechten Szene

Die Rolle der Frau im Rechtsextremismus ist längst nicht mehr auf die als Hausfrau und Mutter beschränkt. Rechtsextreme Frauen ergreifen bewusst Berufe, in denen sie die rechte Ideologie weiter in die Gesellschaft tragen können – werden bspw. Erzieherin, Lehrerin, Therapeutin oder Juristin. Mittlerweile sind fast ein Drittel der NPD-Mitglieder weiblich, und auch bei rechtsextremistischen Gewalttaten holen sie auf. Wir zeigen alte und neue Rollen und Tätigkeitsfelder von Frauen in der rechtsextremen Szene auf.

Gender und Rechtsextremismus

Das Heimchen am Herd vs. den Heldenepos. Das Thema Gender ist eng mit dem Rechtsextremismus verknüpft. So zeigen die typischen Geschlechtsstereotypen Frauen als friedfertig und Männer als konfrontativ. Rechtsextreme gehen in ihrer Propaganda gezielt auf einfache Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit ein und knüpfen dabei an tradierte Geschlechterbilder in der Mitte der Gesellschaft an. Für die Rechtsextremismusprävention bedeutet dies, starre Geschlechterbilder zu reflektieren und sich mit sexistischen Mechanismen auseinanderzusetzen.

Nationalismus

Seit der WM 2006 in Deutschland wird der Ruf „stolz auf Deutschland sein zu dürfen“ lauter. Was hat das öffentliche zur Schau stellen von Deutschlandflaggen mit Nationalismus, Patriotismus und Heimattreue zu tun? Wir versuchen mit Ihnen zusammen zu erarbeiten, in welchem Kontext diese Begriffe stehen, welches Weltbild sie transportieren und wie sie von Rechts benutzt werden. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Funktion von Nationalismus als Ausdruck von Identität und der Konstruktion von Gruppenzugehörigkeit.

Umgang mit rechten Sprüchen und Parolen

„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“, „Ich bin ja kein Nazi, aber…“, „…“. Wo hört die legitime Meinungsäußerung auf, wo fangen hetzerische und rassistische Sprüche an? Wir unterstützen Sie bei der konstruktiven Auseinandersetzung mit Hasskommentaren, Stammtischparolen und rechten Sprüchen und bieten Einordnungen an. Der Fokus liegt dabei auf pädagogischen Settings (Schule, Jugendclub, etc.). Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir unterschiedliche Ansätze im pädagogischen Umgang mit rechten Sprüchen, zeigen Chancen und Grenzen auf und erarbeiten mit Ihnen zusammen eine Haltung für die jeweiligen Situationen.

Reichsideologie und Verschwörungstheorien

BRD-GmbH und Fortbestehen des Deutschen Reiches? Sie verschicken Drohbriefe, stellen eigene Autokennzeichen her oder gründen gleich ganze Königreiche- Was nach Science-Fiction klingt, ist für sogenannte „Reichsbürger“ Grundlage für ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem „System“. Sie stellen im modernen Rechtsextremismus eine skurrile, aber dennoch gefährliche Gruppe dar. Wir zeigen aktuelle Ideologien und Entwicklungen auf und verweisen auf Schnittstellen zu anderen rechten Einstellungen und Protestbewegungen.

Sensibilisierung für Antiziganismus

Vorurteile gegen Roma und Sinti sind weit verbreitet. So wurde als Reaktion auf die seit 2014 gestiegene Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien insbesondere Roma vorgeworfen „Sozialmissbrauch“ zu betreiben. Asylsuchenden Roma aus den westlichen Balkanstaaten wird unterstellt, nicht verfolgt zu werden, sondern nur „Wirtschaftsflüchtlinge“ zu sein. Solche negative Zuschreibungen sowie vermeintlich positive Bilder über die angebliche Musikalität und Freiheitsliebe von Roma sind fester Bestandteil der deutschen Medien-, Literatur- und Debattenlandschaft. Im Rahmen einer Fortbildung zu diesem Thema soll für die seit langem existierenden Vorurteile und Ausgrenzungspraxen gegenüber Roma und Sinti sensibilisiert und diese kritisch hinterfragt werden.

Sensibilisierung für Antisemitismus

Auf deutschen Schulhöfen ist "Du Jude" ein häufig zu hörendes Schimpfwort, bei Demonstrationen gegen Israel kommt es regelmäßig zu judenfeindlichen Vorfällen und rund 20% der Bevölkerung vertreten heute antisemitische Einstellungen - zweifelsohne ist die Auseinandersetzung mit dieser Ideologie nach wie vor notwendig. In diesem Workshop soll gemeinsam erarbeitet werden, was Antisemitismus ist und wie er sich äußert. Dabei sollen Fragen wie "Was unterscheidet Antisemitismus von Rassismus?", "Was hat Kritik an Israel bzw. Antiamerikanismus mit Antisemitismus zu tun" oder "Was haben 'rechter', 'linker' und 'islamischer' Antisemitismus gemeinsam?" behandelt werden. Außerdem sollen sinnvolle Möglichkeiten der Antisemitismusprävention vorgestellt und diskutiert werden.

Alltagsrassismus erkennen und bekämpfen

„Rassismus, bei uns?“ Zu erkennen, dass Rassismus auch im Jahr 2015 in Deutschland noch weit verbreitet ist, fällt Menschen, die nicht selber von rassistischer Diskriminierung betroffen sind nicht immer leicht. Wir laden dazu ein, genauer hinzuschauen. Von stereotypen Darstellungen Schwarzer Menschen in der Werbung über die Nutzung abwertender Wörter für Schwarze oder Sinti und Roma bis zu weit verbreitenden Diskriminierungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt – Betroffene berichten von vielfältigen Beispielen alltäglicher Ausgrenzung.

Zivilcourage

Politiker*innen loben die Zivilcourage Einzelner, manchmal wird sogar das Bundestverdienstkreuz verliehen. Gleichzeitig gibt es Medienberichte, dass Menschen sich einmischen und deswegen selbst bedroht, verletzt oder sogar getötet werden. Was genau macht Zivilcourage eigentlich aus? Muss ich mich in gewaltsame Auseinandersetzungen begeben, um Zivilcourage zu zeigen? Welche Hürden für couragiertes Handeln gibt es? Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, Situationen einzuschätzen und mögliche Strategien eines couragierten Handelns zu entwickeln.

Vielfalt, Vorurteile und Diskriminierung

Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft. Dennoch werden auch heute noch Menschen mit Migrationshintergrund, Schwule und Lesben, Menschen mit Behinderungen und anderen marginalisierte Gruppen beleidigt, diskriminiert und haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Wir wollen Lebensrealitäten verschiedener Menschen sichtbar machen und diskutieren, wie Vorurteile und Diskriminierung bekämpft werden können. Dabei reflektieren wir auch die eigenen Rollen(-vorstellungen), Privilegien und Gruppenzugehörigkeiten.

Antimuslimischer Rassismus

Antimuslimische Vorurteile sind in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet und nehmen seit einigen Jahren stark zu. Davon zeugen nicht nur Aufmärsche wie PEGIDA, wo offen Muslime abgewertet werden. Antimuslimischer Rassismus wird in Deutschland regelmäßig als Teil der Medien und Debattenlandschaft bedient, wenn beispielsweise über „Integrationsfähigkeit von Muslimen“ gesprochen, oder infrage gestellt wird, dass der Islam mit Deutschland kompatibel sei. In dieser Fortbildung sollen antimuslimische Vorurteile und Ausgrenzungspraxen kritisch hinterfragt werden.

Rechtsextremismus und Sport

Auf dem Spielfeld sind alle gleich? Als Spiegel der Gesellschaft sind Sportvereine keine unpolitischen Räume und sind Orte für Abwertungen und Ausgrenzungen. Wie soll damit umgegangen werden, wenn es im Verein zu rechten Sprüchen und Parolen kommt? Welche Anziehungskraft und welches Mobilisierungspotential besitzt der Sport für rechts? Neben der allgemeinen Beschäftigung mit Rechtsextremismus widmen wir uns in diesem Themenfeld spezifischen Besonderheiten i n Bezug auf Sport und rechte Hetze.

Styles und Codes der rechten Szene

„Nazis, das sind die mit Springerstiefeln und Glatze!“ Dass dieses Bild der rechten Szene nicht mehr zeitgemäß ist, möchten wir in diesem Zusammenhang vermitteln. Neben aktuellen Entwicklungen innerhalb der rechten Szene stehen dabei auch die immer komplexer werdenden und selten auf den ersten Blick zu erkennenden Symbole und Codes rechter (Jugend-) Kulturen im Mittelpunkt.

Rechtsextreme Ideologie / Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

„Rechtsextreme, das sind immer die Anderen?“ Sozialwissenschaftliche Studien belegen anschaulich, dass rechtsextreme Einstellungen wie Antisemitismus und dem Befürworten einer Diktatur weit verbreitet sind. Wir bearbeiten mit Ihnen zusammen rechte Ideologieelemente, Weltanschauungen und Argumentationsweisen der extremen Rechten. Darüber hinaus möchten wir Rechtsextremismus in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext stellen und die Verbindungen zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ aufzeigen.

Rechte Ökologie

„Naturschutz ist Heimatschutz“ – Wie sind diese und ähnliche Aussagen und Slogans der NPD und anderer rechter Partein und Akteure einzuordnen? In diesem Seminar geben wir einen Überblick über die Schnittstellen von Ökologie, nationalistischem Denken und neuen rechten Strömungen und Erscheinungsformen. Gleichzeitig versuchen wir mit der Seminargruppe herauszuarbeiten, warum diese Verbindungen gar nicht so absurd sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen und in welchem historischen Kontext sich die Umweltschutzbewegung (vor allem in Deutschland) bewegt.