Rechtsextremismus

Rechtsextreme Ideologie und die ‚Mitte der Gesellschaft‘

Rechtsextremismus zeichnet sich u.a. durch ein Weltbild aus, in welchem bestimmte Gruppen grundlegend abgewertet werden. Für Rechtsextreme rechtfertigt dieses Weltbild das eigene Handeln bzw. lässt es als besonders sinnvoll oder notwendig erscheinen. Abwertende Haltungen wie z.B. Rassismus, Antisemitismus oder Homosexuellenfeindlichkeit sind allerdings gesamtgesellschaftlich weit verbreitet. Elemente rechtsextremer Ideologie werden folglich immer schon mit Einstellungen in der sogenannten ‚Mitte der Gesellschaft‘ geteilt und sollten in unserer Perspektive immer als gesamtgesellschaftliches Problem gesehen werden, das uns alle etwas angeht.

 

Erscheinungsformen des Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist kein einfacher Lifestyle oder beschränkt sich auf die Präsenz rechtsextremer Parteien. Es gibt eine Vielzahl an rechtsextremen Organisations- und Äußerungsformen, die sich wie alle gesellschaftlichen Phänomene beständig wandeln und den Gegebenheiten und Trends anpassen. Das bedeutet auch, dass sich Strategien ebenso wie Aktionsformen innerhalb des rechtsextremen Spektrums unterschiedlich gestalten und sich trotz aller Kontinuitäten stetig verändern.

 

Rechtsextreme Lebenswelten

Rechtsextreme Ideologie und Erscheinungsformen begegnen uns an unterschiedlichen, oft alltäglichen Orten, von der Nachbar*innenschaft, über Schule und Arbeitsplatz, bei Freizeitaktivitäten und  im Internet. Je nach lokalen Gegebenheiten entstehen auch explizit rechtsextreme Lebenswelten, in denen jeder Aspekt der eigenen Lebensführung – sei es Sport, Familie oder Musik – in Einklang mit rechtsextremer Ideologie gebracht werden kann. Das Vorhandensein von Rechtsextremismus im Alltagserleben kann zu einer ‚Normalisierung‘ rechtsextremen Denkens und Handelns beitragen und bietet über soziale Kontakte und Erlebnisse die Möglichkeit, Menschen für rechtsextreme Aktivitäten zu rekrutieren.

 

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